Es war einmal vor langer Zeit, da lebte in einem dunklen Wald eine hässliche Hexe. Die Leute aus dem nahe liegendem Dorf erzählten sich kalte Geschichten über Sie. Man sagte sich, das sie jedes Lebewesen, das in ihre Nähe kam, von Kopf bis Fuß fressen würde. Deswegen wurde von Generation zu Generation den Nachfolgern gesagt: “Geht nicht in diesen Wald, wenn ihr nicht dem Wunsch zu sterben nachgehen wollt!”. So lebte die Hexe immer allein, im wissen darüber das nur wenn sie aus dem Wald heraus gehen würde, ein ganzes Dorf mit Menschen dort wäre die sie hassten.
Eines Tages hörte ein junger eingebildeter Prinz dem Geschwätz seiner Bediensteten zu. Sie sprachen über die Hexe und ihre grausamen taten, die man ihr nachsagte. Der Prinz war von Anhieb gefesselt und so sprach er zu seinen Bedienstet. “Sagt mir, ist es wahr, was ihr da spracht? Wenn, ja von welchem Wald, in dem die Hexe lebt, redet ihr?” Die Bediensteten waren geschockt über die Neugierde des Prinzen, doch erzählten ihm alles was sie wussten. Der eingebildete Prinz überlegte sich, das wenn er die Hexe töten würde, er alle Anerkennung im ganzen Königreich bekommen würde und das er somit jede schöne Frau haben könnte. Schon lange sehnte er sich nach einer Partnerin, dessen Schönheit genauso bezaubernd sein sollte, wie die seine. Doch der Prinz war mit einer jungen Prinzessin aus dem Nachbarland verlobt, aber die keine Auffällige Schönheit war und er sie deshalb verschmähte. Doch nachdem der König, sein Vater, ihm mitgeteilt hatte das er diese Frau heiraten sollte, sträubte er sich dagegen. Doch diese Bindung war schon seit Jahren geplant gewesen und nun stand die Hochzeit kurz bevor und der Prinz dachte er müsste sich dem Schicksal fügen. Aber da er jetzt die Geschichte über die Hexe erfahren hatte, dachte er hätte nun einen Ausweg gefunden. So zog er los um gegen diese Hexe anzutreten aber nicht bevor er zu seinem Vater ging und ihm dieses Mitteilte. zuerst war der König sprachlos über die Dummheit des jungen eingebildeten Prinzen aber nach kurzem überlegen willigte der König ein und sprach: “Mein Sohn wenn du wirklich die Macht hast gegen diese Hexe anzutreten und sie besiegst dann verspreche ich, das ich diese Bindung löse und du dir selbst die Braut suchen darfst!”. Mit siegessicherem Gefühl zog der Prinz in die Wälder.
Nach einer drei-tägigen Reise kam der Prinz zu dem Wald in dem die Hexe hauste. Da es schon spät war und die Sonne schon lange untergegangen war, machte sich der Prinz auf um sich im Wald ein gemütliches Plätzchen zu suchen. Da er dachte das es reichen würde wenn er erst am Tag zur Hexe ging, wollte er sich vorher noch ausruhen. Er ritt durch den Wald und als er nicht mehr wusste, wo er war, hörte er eine bezaubernde Stimme. Er folgte den Klängen der Musik und kam auf eine Lichtung in der Mitten drin ein kleiner See war. Der Prinz schaute sich um und sah das wundervollste Geschöpf, seit seiner Erschaffung. Eine wunderschöne Frau mit Haaren, die bis zum Boden reichten und solch Blasser Haut, als wäre sie von Engeln geküsst und Augen so hell-leuchtend wie Sterne. Mit ihrer Schönheit stellte sie alle Wesen in den Schatten, doch nicht nur ihr Antlitz war Perfekt, denn auch ihre Stimme, die so weich und vollkommen war, hüllten den Prinz ein. Er war dermaßen angetan, das er nicht bemerkte wie er sich der Frau nährte. Als Sie ihn sah, verstummte die Frau und verschwand ihn den tiefen Wald. Der Prinz eilig nach, fand aber nichts anderes außer Dunkelheit und Geräusche des Walds. Ziellos lief der eingebildete Prinz durch den Wald. Es verging Stunde für Stunde und als endlich die Sonne aufging war der Prinz schon so tief im Wald das er von selbst nicht mehr heraus gefunden hätte. Doch zu seinem Glück, befand sich eine kleine Holzhütte in der nähe und ohne drüber nachzudenken lief er auf sie zu. Er stieg die Stufen hinauf zur Tür der Holzhütte und klopfte an. Mit einem schweren Geräusch ging die Tür auf und heraus trat eine hässliche alte Frau. Nur bei diesem Anblick erinnerte er sich an sein eigentliches vorhaben. Er wollte gegen die Hexe kämpfen und sie besiegen und nun stand er direkt vor ihr. Ohne Pferd. Ohne Schwert. Panisch, wie er war tritt der Prinz zurück und fiel die Stufen hinab. “Bitte, verschont mich! Ich bin nur ein armer Suchender.” Die Hexe kam langsam auf ihn zu und sprach: “Mein Prinz, ich weiß wer ihr seid und was euer anliegen ist! Doch solltet ihr nicht Gerüchten glauben, wenn ihr es nicht mit eigenen Augen gesehen habt.” Noch ein wenig Ängstlich aber verdutzt darüber das die Hexe wusste wer er war, stand der eingebildete Prinz auf. “Nun denn, wenn das so ist verehrte Hexe dann gehe ich meines Weges und sie ihren. Aber zu erst sagt mir, kennt ihr eine Frau die so schön ist als wäre sie die Göttin der Schönheit selbst?”. Lächelnd sprach die Hexe zum Prinzen: “Mein Prinz, wieso sollte gerade ich alte Hexe, die von allen Menschen gemieden wird, eine solche Frau kennen? Und doch mein Prinz weiß ich wer sie ist!” Freude strahlend darüber das die Hexe sie kannte, ging der Prinz auf die Hexe zu. “Nun denn, erzählt mir von ihr. Wer ist sie? Sagt mir alles was ihr wisst.” So fing die Hexe an zu erzählen von einem Mädchen das einst hier lebte und die von allen bewundert wurde, doch wie sie hieß das lies sie aus. “Aber wie heißt sie, verehrte Hexe?” Da der Prinz nicht locker lassen wollte, sagte die Hexe folgendes zu ihm: “Mein Prinz kommt heute Nacht zu dem See an der Lichtung. Aber bleibt versteckt und wartet was passiert. Wenn ihr nicht auf das hört, was ich euch sage, dann werdet ihr nie erfahren wer sie ist” Mit diesen Worten drehte sich die Hexe um und ging zurück in ihre Hütte. Mit den Worten die, die Hexe dem Prinzen gegeben hatte wartete er nun am Abend in einem Versteck von dem aus er den ganzen See betrachten konnte. Als es so dunkel war, das er nur noch den funkelnden See betrachten konnte, tauchte aus dem dunklen Wald eine Gestalt auf. Der Prinz erkannte sofort, das es die wunderschöne Frau war. Er wollte aufstehen und zu ihr hingehen doch da fielen ihm die Worte der hässlichen Hexe ein. So wartete er und lauschte der Stimme der Frau. Die ganze Nacht über blieb er da und betrachtete sie, als es langsam anfing Hell zu werden und die ersten Sonnenstrahlen auf die Frau fielen, sah er das unglaublichste in seinem Leben. Die wunderschöne Frau verwandelte sich vor seinen Augen in die alte Hexe. Zu erschüttert über das was er sah, kam er schwankend aus seinem Versteck und sprach zur Hexe. “Wieso haben sie mich die ganze Nacht hier sitzen lassen obwohl sie es die ganze Zeit waren?” Wütend wie er war und doch so erschüttert, wusste er nicht was er tun sollte. Die Hexe sah ihn an und sagte: “Die Menschen schauen immer auf das Äußere der Menschen aber das was in ihnen ist, das interessiert sie nicht!” Mit diesen Worten drehte sie sich um und ging zurück in den Wald, doch bevor sie ganz verschwunden war, drehte sie sich noch einmal um und sagte “Mein lieber Prinz was ist ihnen wichtiger? Von der Schönheit eines Menschen geblendet zu werden oder ihn aufrichtig kennen zu lernen? Mit ihm die dinge teilen die sie lieben und alle Fehler und Werte an ihm anzuerkennen.” Mit diesen Worten im Kopf ritt der Prinz zurück in seinen Palast.
Als sein Vater ihn auf den Kampf gegen die Hexe ansprach, sagte der Prinz mit ehrlicher Miene: “Mein Vater, auch wenn ich den Kampf gegen die Hexe verloren habe so habe ich doch auch gewonnen. Bisher war ich geblendet von der Schönheit und habe nicht erkannt was vor mir lag. Deswegen habe ich beschlossen von nun an, die Menschen kennen zu lernen und sie so zu nehmen wie sie sind. Das gilt auch für meine Braut, doch bevor wir heiraten möchte ich sie erst einmal richtig kennen lernen. Ich werde sofort aufbrechen und mich ihr vorstellen!” Voller Stolz schaute der König seinem Sohn hinterher als der sich auf den Weg zu seiner Zukünftigen machte.
Die Hochzeit war das größte Ereignis im Königreich. Alle lachten, alle waren glücklich und als der Prinz und die Prinzessin sich endlich das Ja-Wort gegeben hatten, war das der schönste Moment im Leben der beiden Verheirateten. Nun waren sie Herrscher und Herrscherin über ein Land das sowohl in Schönheit und Freude strahlen sollte. Sie schauten hinter die Fassade und konnten somit ein noch herrlicheres Königreich schaffen als zu vor.
(Es vergingen mehrere Jahre. Sie bekamen viele Kinder und lebten Glücklich bis an ihr Lebensende. Als der König, der einst ein junger eingebildeter Prinz war, der Hexe danken wollte und in den Wald ritt in dem sie lebte, konnte er sie nirgends finden. Einst wo die Hütte stand war nur noch moosiger Boden und als er zur Lichtung ritt, fand er einen Grabstein mit der Aufschrift “Hier liegt die Hexe begraben, die für jeden Rat wusste, auch wenn man keinen suchte!” Mit trauer im Herzen machte der König sich auf in seinen Palast und lebte dort glücklich bis zum ende seines Lebens aber immer mit den Worten der Hexe im Herzen.)
THE END